Freitag, 12. September 2008

Kakamega Rainforest

'Unser' regenwaldtaugliches Auto...
Brettwurzeln von Ficus sp.
Noch bis vor wenigen Jahren wurden die jungen Luyia-Maenner in diesem Regenwald 'initiiert' - d.h. der Uebergang zwischen Kindheit und Erwachsen-Sein zelebriert. Dazu mussten die Kinder (im Alter von 10-11 Jahren!) 1 Monat im Regenwald verbringen und zwar fast nackt (nur mit einem Tuch bekleidet) und ohne Kontakt zur Aussenwelt. Nur einmal am Tag bekamen sie etwas zu essen gebracht, ansonsten waren sie ganz auf sich gestellt. Zwischen den hohen Brettwurzeln von Ficus sp. wurde eine Art Zelt gebaut und vor wilden Tieren oder giftigen Schlangen (und von denen gibt es einige in Kakamega Rainforest!) schuetzte nur das Feuer.
Nach 1 Monat kehren die Jungs in das Dorf zurueck und es gibt ein grosses Fest. Nun sind sie erwachsen, muessen in ein eigenes Haus ziehen (mit 11 Jahren!) und fuer sich selbst sorgen, bis sie eine Familie gruenden. Das neue Haus ist jedoch meistens nahe am Elternhaus, somit sind sie nicht richtig alleine.

Unser Guide Patrick gehoerte uebrigens noch einer der letzten Generationen an, die noch im Regenwald initiiert wurden - was man vielleicht auch an seiner besonderen Leidenschaft fuer den Wald merkt!

Der Regenwald ist mittlerweile vom Kenya Wildlife Service (KWS) geschuetzt und diese Rituale nun verboten - die Luiya nutzen nun Flussgebiete oder andere Waelder in den Bergen dafuer.
Das weitaus groessere Problem stellt jedoch der hohe Brennholzbedarf in der Gegend dar, der diesen ohnedies schon auf eine minimale Groesse geschrumpften Regenwald massiv bedroht.
Mit einem Eintrittsgeld von nur 10 US-$ tragt man vielleicht als Tourist ein wenig zu seinem Schutz bei - wobei ich andererseits erfahren habe, dass es geplant ist, eine Stromleitung quer durch den Regenwald zu bauen und dafuer eine breite Schneise zu schlagen!

Blick auf den suedlichen Teil des Kakamega Rainforest und fast seine gesamte Ausdehnung...

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