Uebliches Matatu-Chaos in Nairobi:
Matatus sind (private) Kleinbusse, ohne die der oeffentlichen Verkehr in Nairobi wohl engueltig zusammenbrechen wuerde. Im Stadtgebiet fahren sie ziemlich genau an den selben Strecken wie auch die oeffentlichen Busse (und auch zum selben Preis) ab, im Ueberlandverkehr sind sie eine guenstige Alternative zu Flugzeug bzw. Bahn. Einziger Unterschied: Matatus MUESSEN laute Musik spielen. Ist angeblich Pflicht. ;-)
Uebrigens - wer sein Matatu in bunten Farben anpinselt, wird dafuer mit Gefaengnis (!!) bestraft (interessanter Vergleich - einen Fussgaenger auf der Strasse zu anzufahren kostet, sofern man nicht Fahrerflucht begeht, angeblich nichts mehr als die Arztrechnungen. Wird der Fussgaenger getoetet, gibt es natuerlich auch Gefaengnisstrafe). Diese Gefaengnisstrafe kann man allerdings gegen "etwas Kleines" (also ein wenig Taschengeld fuer den Polizisten) umgehen. Korruption ist in diesem Land an der Tagesordnung.
Die einstuendige Fahrt nach Kitengela kostete mit Matatu uebrigens 70 KSh, also ca. 0,70 EURO.
Kitengela City - hier leben Maggy's Eltern:


Maggy mit ihrer Mama:

Kathrin lernt kochen :-) :



Obligatorisches Familienfoto mit Maggys Eltern (beide links von mir) und ihrer Tante:

Am Sonntag ist Kirchenbesuch familiaere Pflicht:
Die Messe beginnt damit, dass eine Gruppe Taenzerinnen vor dem Pfarrer in die Kirche tanzt. Sobald die Musik losgeht, stehen alle Menschen in der Kirche auf um gemeinsam zu singen, klatschen und tanzen - die Sonntagsmesse ist ein froehliches Fest, das die Menschen wenigstens fuer diese kurze Zeit ihren Alltag vergessen laesst. Sie konnten es gar nicht glauben, dass in Oesterreich kein Mensch in der Kirche tanzt!
Nach der Kirche kamen wir bei einem Masai-Dorf vorbei. Ich wurde auch in eine Huette (oberes Bild links im Hintergrund) eingeladen, die traditionellerweise aus Kuh-Dung und Lehm errichtet werden. In dieser Huette ist es dunkel und eng - der kleine Raum besteht nur aus Betten und einer Kochstelle. Leider gibt es davon keine Fotos, denn die Masai-Frau hat grosse Angst davor, dass ich es im Internet verkaufen wuerde. Scheinbar haben sie bereits negative Erfahrungen mit unsensiblen Touristen gemacht. Ich durfte zwar Fotos machen, wobei ich ihr versprechen musste dass diese ausschliesslich fuer mich und meine Mama (:-)) bestimmt sind, ich hoffe ihr versteht, dass ich sie hier nicht veroeffentlichen kann.
Diese Masai leben bereits "halbnomadisch" und ihre Kinder besuchen die Schule.
Besonders krass sichtbar wird dieser Konflikt zwischen Tradition und Moderne (der nicht nur die Masai betrifft) am Stadtrand, wenn die Masai-Kinder (deren Rolle in der Gemeinschaft traditionellerweise als Viehhirte gegeben ist) ihr Vieh in den bewässerten Vorgärten weiden lassen (denn das ist meist das einzige Grün in der Umgebung) oder ihre Herden im Spießrutenlauf zwischen LKWs, Bussen, Fußgängern, Fuhrwerken und Autos durch die Straßen von Nairobis Randbezirken treiben und sich nicht selten mitsamt der Herde auf der Flucht vor wahnsinnigen Autofahrern mit einem beherzten Sprung in den Straßengraben retten müssen.

Maggy´s Eltern sind wie viele andere Kenyaner der Meinung, dass die Masai sich „endlich“ zivilisieren sollten, denn eine andere Moeglichkeit wird es in Zukunft wohl nicht geben. Nur sind sie es nicht gewohnt, richtig zu arbeiten, denn sie hatten nie etwas anderes zu tun als auf ihr Vieh zu achten. Sie verdienen ein wenig Geld damit, dass sie den Dung ihrer Tiere als Düngemittel verkaufen. Auch von den Einnahmen mancher Nationalparks bekommen sie ein wenig der ihnen zustehenden finanziellen Unterstuetzung.